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Die 3 wichtigsten Entwicklungsimpulse für dein Kind.

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Wann hat mein Kind endlich gelernt morgens pünktlich auf der Matte zu stehen?

Wenn Du und Dein Kind gerade einen guten Tag haben, kannst Du das Morgenszenario entspannt begleiten und Du bemerkst, dass diese Stimmung auch auf Dein Kind abfärbt. Hab ich recht?

Beim Abschied ruft ihr euch dann noch fröhlich einen schönen Tag zu und geht leichten Sinnes eurer Wege.

All das wäre ganz wunderbar, wenn da nicht diese verflixten anderen Tage wären. Und die bringen dich manchmal wirklich an den Rand des Wahnsinns. Da zählst du dann in einer ruhigen Minute für dich auf, was du schon versucht hast. Was funktioniert und was nicht und Du suchst nach Ideen, auf die Du bis jetzt noch nicht gekommen bist.

Du hast zum Beispiel dein Kind rechtzeitig geweckt, am Abend zuvor dafür gesorgt, dass Kleidung und die sieben Sachen bereit liegen. Das Frühstück ist fertig, die Schultasche ist gepackt und die Zahnbürste wartet auf seinen Benutzer. Auch die Jacke hängt anziehbereit am Haken…

Und dann, kommt einfach kein Kind, das jetzt hurtig in die Schuhe schlüpft.

…denn es ist irgendwo zwischen Aufstehen und Weggehen ein- oder mehrmals hängengeblieben.

Meine erste Idee damals war, ich muss unserem Sohn etwas mehr Zeit geben. Das klappte auch ein paar Mal. Aber dann sah ich, dass das Mehr an Zeit, nicht zum Anziehen und Fertigmachen verwendet wurde, sondern um sich in Ablenkungen zu verlieren. Wozu also früher aufstehen, dachte ich mir.

Dann hörte ich, er braucht halt mehr Struktur. Also versuchte ich morgens eine fixe Reihenfolge einzuhalten, begleitet von zielführenden Fragen: „hast du deine Schultasche gepackt?“ „Warst du schon im Bad?“ „Bist du schon…“ „Hast du schon…“

Mehr Zeit, mehr Struktur, oder was jetzt?

Wenn ich mich damals als Mutter erlebt hätte, wäre ich leicht mit einem Kompanieführer verwechselt worden und an Stelle des Kindes prompt in den Streik getreten. Unser Sohn wollte dabei jedenfalls nicht mitmachen. Und es half ihm auch nicht, für das morgendliche Szenario selbst einen Plan zu entwerfen.

Erst viel später erkannte ich, dass Kinder Handlungsmuster nicht als Geburtsgeschenk mitbringen. Für viele mag es ja eine leichte Übung sein, sich den Tagesablauf von den anderen Familienmitgliedern einfach abzuschauen. Aber es gibt auch die anderen Kinder, die zwischen zwei Tätigkeiten auf die eigentliche Absicht vergessen und welche Schritte dazwischen nötig sind.

Benennen, der rote Teppich für Handlungsplanung

Was mit unserem Sohn jedenfalls zunehmend besser gelungen ist, war folgendes:

Benenne, was Du tust, oder/und was Du als nächstes vorhast. Zum Beispiel „Mmmhhh, ich bin jetzt satt… Ich gehe jetzt und putz mir die Zähne.“ Halte solange Blickkontakt, bis Du merkst, dass die Botschaft auch angekommen ist.

Damit zeigst Du Deinem Kind was wann passiert und es sammelt so, an Deinem Beispiel, Handlungsmuster.

Wenn das nicht genügt, kannst Du die Abfolge vom Aufstehen bis zum Weggehen in kleine Schritte aufteilen. Lass dein Kind aber selbst darüber nachdenken, was als nächstes kommt. Dadurch gewinnt es allmählich Selbstvertrauen weil es Schritt für Schritt immer selbstständiger wird.

Zu guter Letzt, beiss dir auf die Lippen…

wenn Du Deine Nachkommen (vor allem wenn Du einen Sohn hast) mit Fragen löchern willst. Vielleicht erinnerst Du dich ja an Deine eigenen Kindertage, wo dich das ebenfalls genervt hat. Wenn Du mir nicht glaubst, kannst Du gerne unseren Sohn fragen, ob meine Fragen für ihn hilfreich waren sich gut zu organisieren 😉

Stattdessen kannst Du zum Beispiel sagen, „aha, du bist schon angezogen, ich habe gerade die Cornflakes auf den Tisch gestellt, willst du lieber Milch oder Kakao?“.

Kurz gesagt, benenne was Du siehst und bau eine Brücke zum nächsten Schritt. Das hilft deinem Kind am Ball zu bleiben und allmählich einen eigenen Plan zu entwickeln. Und das wünschen wir uns ja als Eltern, dass unsere Kinder immer selbstständiger werden.

Gerne kannst Du mir Deine Erfahrungen als Kommentar hinterlassen.