AD(H)S, Asperger & Co.

Die 3 wichtigsten Entwicklungsimpulse für dein Kind.

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Mein Kind ist besonders.

Daniela Strube von keep-cool-mama.de hat in ihrer Blogparade zu einem Thema eingeladen, das mir nur allzu bekannt ist. Ich habe einige Zeit überlegt wo ich überhaupt anfangen soll, denn die Herausforderungen waren fast überwältigend zahlreich. Doch jetzt möchte ich euch gerne diesen, bereits vorhandenen Artikel anbieten, der aus meiner Sicht am besten beschreibt wie es für mich als Mama war.

Besonders auffällig, besonders eigenwillig, zu lebhaft, zu schüchtern, unaufmerksam, verhaltensoriginell, unsozial, aggressiv, stur, unerzogen…etc.

Einige dieser Adjektive und darüber hinaus auch noch einige mehr, hat man mir immer wieder auf den Tisch gelegt, wenn von unserem Sohn die Rede war.  Auch Bezeichnungen wie ADHS, Asperger oder schizophren sind gefallen. Und ein Satz ist mir bis heute in Erinnerung geblieben: ich muss eben zur Kenntnis nehmen, dass wir ein Kind mit Behinderung haben.

Auch Medikamente hat man uns nahe gelegt – denn damit hätte er es leichter in der Schule zurecht zu kommen, hiess es.

Sechs Jahre hatte ich mich an unserem Kind gefreut,

das zwar einige Fähigkeiten später als erwartet entwickelt hat, aber heran wuchs und uns immer wieder mit seinem wachen Verstand und seiner sprachlichen Ausdrucksfähigkeit überraschte. Ja, er war nicht perfekt – aber wer kann das von seinem Kind oder von sich selbst schon behaupten?

Und dann kamen immer öfter solche und ähnliche Beurteilungen. Kannst Du Dir vorstellen was all diese Zuschreibungen mit mir gemacht haben? Ich war ehrlich schockiert. Und Angst breitete sich in mir aus. Angst, dass unser Sohn in der Schule völlig versagt. Dass er für alle Zeiten als Sonderling abgestempelt wird und dementsprechende Chancen hat. Angst, dass man uns als Eltern einfach übergeht. Dass unsere Familie an solchen Herausforderungen zerbricht. Und auch Angst, dass ich diesen Aufgaben nicht gewachsen sein könnte.

Eine Erklärung – und dann?

Selbstverständlich war ich auf der Suche nach einer Erklärung. Warum unser Sohn auf ganz alltägliche Anforderungen so anders reagierte als man erwarten würde. Als ich aber endlich verstanden – nein – begriffen hatte, warum er die Welt anders wahrnimmt, war meine grösste und wichtigste Frage, was ich als Mama tun kann, damit er nachentwickeln kann, womit er noch Schwierigkeiten hatte.

Was ich meistens bekommen hatte, waren Erziehungsratschläge wie zum Beispiel: ich muss mehr Grenzen setzen, mehr Struktur geben, mehr Führung,   mehr Erziehung eben. Viele dieser Empfehlungen habe ich versucht umzusetzen, weil ich dachte es noch nicht gut genug zu machen.

Der Krug geht so lange zum Brunnen…

Heute bin ich unserem Sohn zutiefst dankbar, dass er mir irgendwann deutlich gezeigt hat: diesen Wahnsinn mache ich nicht länger mit. Sein Vertrauensvorschuss in mich war aufgebraucht, nichts ging mehr. Totale Verweigerung und Kontaktabbruch.

Ja, auch das war eine Art Schock für mich und es traf mich zutiefst. Aber ich kam zur Besinnung. Auf mehreren langen Spaziergängen wägte ich ab, was mir wichtig war und woran ich mich weiter orientieren wollte.

Die erste Frage war schnell klar. Ich wollte wieder eine Mama sein, der man als Sohn vertrauen kann. Ich wollte wieder eine Beziehung von Herz zu Herz und ich wollte meinen Sohn neu kennen lernen. Orientierung sollten mir die „Antworten“ meines Sohnes geben. Wann und wodurch genau fühlt er sich überfordert und was kann ich zur Stress Reduktion beitragen zum Beispiel? Wie kann ich ihm zeigen, wodurch er sich selbst helfen kann? Was macht ihn wieder neugierig? Wie kann ich ihn ermutigen eine Herausforderung anzunehmen?

Verstärken was funktioniert.

Lange Zeit bin ich also mit neu entdeckter Beobachtungsgabe den „Antworten“ unseres Sohnes gefolgt und habe mich daran orientiert was funktioniert.

Erst viel später, ist mir durch die Videobeispiele von Maria Aarts (MarteMeo) klar geworden, warum das was ich getan hatte (in Kontakt bleiben, benennen, aufmerksam warten, herausfordern, spiegeln, bestätigen usw.) für  die Entwicklung unseres Sohnes gut war.

So ist aus ihm schliesslich ein junger Erwachsener geworden, der Herausforderungen annimmt und zu bewältigen weiss. Der Verantwortung zeigt und übernimmt. In Konflikten nicht nur sich selbst, sondern auch den anderen wahrnimmt und anerkennt. Selbstständig seinen Weg geht und mir mit vielen weiteren sozialen und persönlichen Fähigkeiten viel Freude bereitet.

Gib nicht auf,

ist das, was ich Dir mit meiner Geschichte sagen will. Am Ende des Tunnels gibt es Licht und wenn Du die Stärken deines Kindes im Auge behältst, ist Entwicklung auch in Herausforderungen möglich. Ich bin diesen Weg gegangen. Für unseren Sohn, für mich, meine Familie und vielleicht auch für Dich.

Deshalb glaube ich nicht an Erziehungsrezepte und gebe auch keine Erziehungstipps wie zum Beispiel: 5 Möglichkeiten wie Du Dein Kind ins Bett bringst. Denn jedes Kind, jede Familie, jede Entwicklung ist anders. Finde heraus, was deinem besonderen Kind gut tut. Denn egal wo Du gerade stehst, Du hast die Macht es als Mama oder Papa mit überraschend wenig Aufwand wirklich gut zu machen.

Wenn Du ähnliche Situationen kennst, oder auch Anmerkungen, Fragen hast, schreib mir im Kommentarfeld! Ich freue mich auf Dich.