AD(H)S, Asperger & Co.

Die 3 wichtigsten Entwicklungsimpulse für dein Kind.

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Wie kann ich ihn bloss erziehen?

Also nein,… so habe ich diese Frage zwar noch nicht gehört, aber ganz ehrlich – das ist es doch worauf es hinausläuft,oder? Wenn wir als Partnerin und Mutter zum Beispiel sagen: ich habe einen guten Weg gefunden mit meinem Kind und mein Mann macht nicht mit. Wie kann ich ihm bloss verständlich machen, dass er es auch so machen soll?

Mein Antwort auf solche oder ähnliche Fragen ist immer: Gar nicht 😉

Ach du musst jetzt nicht glauben, dass ich nicht auch versucht habe meinen Mann als Vater zu bekehren oder belehren. Ich hab’s ausprobiert. Wirklich. So lange, bis ich endlich begriffen habe, es bringt nichts. Im Gegenteil, du erntest letztlich Widerstand und Unmut oder Rückzug. Wenn dein Mann gerne liest, kannst du ihm eventuell ein Buch ans Herz legen und hoffen, dass er daraus die gleichen Schlüsse zieht wie du. Auch das habe ich ausprobiert und dabei entdeckt, dass der beste aller Ehemänner sein Vater sein nicht unbedingt aus einem Buch beziehen kann. Und wenn es noch so schön, klug oder klar geschrieben ist.

Denn erstens kommt es darauf an, ob „Er“ generell gerne liest (und ob Elternratgeber zum Lieblingsrepertoire gehören) und zweitens – und das ist fast noch wichtiger – er ist nicht du. Er hat andere Ausgangserfahrungen, andere Glaubenssätze, andere Lösungsmodelle. Letzteres hast du wahrscheinlich schon bemerkt, wenn er sich um den Haushalt kümmert. Er benutzt zum Abwasch vielleicht nicht den Schwamm sondern die Bürste. Im Gegensatz zu dir beginnt er beim Saubermachen zuerst im Flur und arbeitet sich dann bis zum Kinderzimmer vor. Und ich möchte mit dir wetten, dass dein Partner deiner Meinung nach, ungewöhnliche Wege findet in der Art WIE er das Grossreinemachen bewältigt. Und dann denkst du: So macht man das doch nicht! Aber wer ist schon man, wenn es um die Lösungsideen vom Mann geht. So what – was zählt, ist schließlich das Ergebnis, richtig?

Ich habe eine ganze Zeit lang gebraucht, um es einfach so zu nehmen was es ist – letztlich Hilfe und Unterstützung als Partner im Familienalltag. Genau so, denke ich, ist es auch mit dem Vater sein. Hier also meine gesammelten Erfahrungspunkte dazu:

  • Lass deinen Mann selbst herausfinden, welche Art Vater er sein will.
  • Sei eine aufmerksame Zuhörerin, wenn er das Bedürfnis nach Austausch hat.
  • Erzähle ihm gern von deinen Erfahrungen als Mutter, überlasse aber ihm die Entscheidung was er damit anfangen will.
  • Erkenne an, dass er sich Mühe gibt, auch wenn er in deinen Augen nicht alles richtig macht.
  • Freu dich mit ihm über die schönen Momente der Nähe mit eurem Kind

Und zu guter Letzt, liebe ihn so wie er ist. Denn durch ihn lernt dein Kind, dass man auf verschiedene Arten zusammenleben und lieben kann. Durch euch beide lernt es, dass Menschen verschieden sind und erweitert dadurch sein Repertoire, wie man mit diesen Unterschieden umgehen kann. Und das ist ein gutes Fundament, um mit den vielen unterschiedlichen Menschen da draussen in der Welt zurecht zu kommen.

Wenn dir das auch bekannt oder spanisch vorkommt, dann schreib mir doch deine Gedanken dazu in den Kommentar. Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen.