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Die 3 wichtigsten Entwicklungsimpulse für dein Kind.

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Ist das Wichtig?

Und wenn ja in welchem Alter? Muss ich das als Mama wissen, wenn mein Kind gerade acht geworden ist? Nützt mir das in meinen Erziehungsmodellen? Hilft es meinem Kind schneller zu lernen? Wenn dir das jetzt provokant vorkommt verstehe ich das… aber das sind die Fragen die ich mir immer wieder gestellt habe.

Also ich bin ja keine grossartige Gärtnerin. Denn manchmal übersehe ich hier etwas, tue dort zuviel und vergesse mitunter da ein wenig Pflege. Oder ich schätze von vornherein Platzbedürfnisse nicht richtig ein. Doch im Großen und Ganzen, versuche ich das Wachsen zu beobachten und das Nötige zu tun, was zum Großwerden gebraucht wird.

Eines weiß ich mittlerweile aber sicher: Ich lege einen Samen in die Erde und was herauswächst ist verschieden. Manche Triebe sind zart und fast zerbrechlich, andere wollen von Anfang an hoch hinaus oder „greifen“ wild um sich, um mehr Raum zu beanspruchen als geplant. Manche sind robust und widerstandsfähig und wieder andere brauchen viel mehr Fürsorge als gedacht. Alle aber, haben das Potential in sich, das zu werden was sie sind.

Und nun frage ich dich: Ist das Aroma einer Tomate schlechter weil sie nicht perfekt rund, sondern eigenwillig ihre Form entwickelt. Ja ich weiss schon, unsere vorherrschende Marktwirtschaft fordert oft genau das. Tomaten müssen eine bestimmte Größe, Farbe, Form und Konsistenz haben, damit sie perfekt in die Verpackungen passen, die dann bequem gestapelt werden können, worin sie hübsch die Form behalten und nicht zermatschen.
Würden wir jetzt sagen, unsere Tomate ist besonders begabt, weil sie sich perfekt anpasst? Oder im anderen Fall, ist sie entwicklungsgestört weil sie zu gross oder zu klein ist?
Aber mit Kindern machen wir das – oder lassen es zu.

Das eine Kind lernt in Windeseile lesen, ein anderes versucht noch lange Buchstabe um Buchstabe zu einem Wort zusammen zu fügen. Manche Kinder scheinen in Null Komma nix die soziale „Sprache“ zu entziffern und integrieren das ebenso rasch in ihr Repertoire. Andere nehmen nicht einmal wahr was in anderen vorgeht, selbst wenn sie mit der Nase darauf stoßen. Ein Kind kann blitzschnell ein Problem bis zur Lösung durchdenken, braucht aber Jahre um gekonnt Messer und Gabel zu benutzen.
Ist letzteres hochbegabt, ob seiner Denkleistung? Oder entwicklungsgestört wegen seiner Ess-Kompetenzen?

Versteh mich bitte nicht falsch – auch ich habe nach einer Erklärung gesucht für all die Schwierigkeiten und Herausforderungen mit unserem Sohn. Ich wollte gerne verstehen, warum manche Dinge derart mühevoll sind. Heute verstehe ich, dass nicht nur Kinder im Vergleich zueinander in ihrer Entwicklung verschieden sind, sondern auch Kompetenzen und Fähigkeiten im Entwicklungsprofil des einzelnen Kindes auf sehr unterschiedlichen Stufen sein können.

Remo Largo, der bekannte Schweizer Kinderarzt, hat tausende solcher Entwicklungsprofile gesammelt und archiviert (Einen Ausschnitt davon kannst du in seinem Buch „Schülerjahre“ finden). Und ich möchte wetten, dass kaum das Eine dem Anderen völlig gleicht. Denn Kinder sind verschieden. Und Remo Largo sagt dazu: Entwicklung lässt sich nicht beschleunigen.

Spätestens in der Schule spricht man dann aber oft von Schwächen und Defiziten. Was aber tatsächlich der Wirklichkeit entspricht ist, dass jedes Kind für seine unterschiedlichen Fähigkeiten und Anforderungen sein Tempo, seine individuelle Zeit braucht (zugegeben – manchmal braucht es etwas einfühlsame Unterstützung), um zu seiner vollen Größe heran zu wachsen.

Wenn man es eilig hat, sollte man langsam gehen – sagt ein bekanntes Sprichwort. Ganz besonders gilt das für die grösseren Herausforderungen im Lernen und in der Entwicklung – oder?
Schreib mir gerne deine Anmerkungen, Fragen, Einwürfe, Erfahrungen dazu – ich bin gespannt!