AD(H)S, Asperger & Co.

Die 3 wichtigsten Entwicklungsimpulse für dein Kind.

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3 Gründe und Unterstützungs-Ideen

„Niemand mag mich“ und „ich wünsche mir Freunde… wenigstens einen!“. Solche Sätze habe ich immer wieder von unserem Sohn gehört. Und heute noch, berührt es mein Herz, wenn ich daran denke, wie einsam er sich oft unter Kindern gefühlt haben muss. Und wie hilflos ich mich zu diesem Thema immer wieder gefühlt habe. Am liebsten hätte ich ihm ja die Freunde gerne herbei gezaubert. Aber das geht ja leider nur im Märchen.

Wenn du auch ein Kind hast, das in der Gemeinschaft anderer Kinder eine Aussenseiter-Rolle einnimmt und schwer Kontakt findet, dann gibt es mehrere Möglichkeiten von Gründen und Unterstützungsmöglichkeiten. Hier habe ich drei davon festgehalten:

Das Kind mit speziellen Interessen  

Dein Kind hat Interessen, die sich sehr von den aktuellen Themen der anderen Kinder unterscheiden. In diesem Fall findet dein Kind schwer Anschluss, weil es sich natürlich auch gerne über sein Neugierfeld mit anderen austauschen möchte. Die anderen können dem aber nicht folgen, weil es ausserhalb ihres Interesses oder ihrer Erfahrungswelt liegt.

+   Wenn das so ist, dann eröffne ihm möglichst andere Gelegenheiten mit jüngeren oder älteren Kindern oder auch gerne Erwachsenen, wo es seine Interessen mit jemand teilen kann. Nach dem Motto: Alter egal, Hauptsache die Themen und Beziehungen stimmen. So kann sich dein Kind ausgiebig über seine Interessen unterhalten und hat dann, wenn es damit „gesättigt“ ist, Energie für Kontakte mit Klassenkameraden oder Gleichaltrige frei.

Streit und Konflikte

Dein Kind hat Probleme im sozialen Austausch. Es gibt oft Missverständnisse und Streit mit anderen Kindern. Wenn ich mit Hilfe der Videobilder mit Eltern arbeite, dann fällt oft auf, dass das betreffende Kind kaum, oder nur selten und flüchtig Blickkontakt hält.

Im Blick „erkennen“ wir aber nicht nur den anderen. Denn als Antwort auf das, was wir gerade gesagt, ausgedrückt oder getan haben, sehen wir in Mimik und Gestik das Feedback des anderen und erkennen so, wie unsere Botschaft angekommen ist. Und das trägt auch sukzessive zu unserem Selbstbild bei. Wenn man also nicht schaut, bekommt man diese Informationen nicht, oder nur teilweise mit. Und damit hat man in der Folge nur wenige „Modelle“ um sein Gegenüber richtig einschätzen und interpretieren zu können. Das führt schließlich nicht selten zu Missverständnissen und Konflikten und zu viel Unsicherheit im Austausch mit anderen.

+   Wenn du dein Kind hierin wieder erkennst, dann ist es deshalb eine gute Idee, auf Blickkontakt mit deinem Kind zu achten. Zu warten, bis dein Blick von deinem Kind auch beantwortet wird. So lange, bis es häufiger von sich aus deinen Blick sucht und auf eine „Antwort“ wartet. Das kann eine längere Zeitspanne dauern, als du vielleicht erwartest oder glaubst, dass es sein sollte. Aber wenn dein Kind diesen Schritt geschafft hat, ist ein wichtiger Meilenstein hin zu Freundschaften bewältigt.

Das schüchterne, wortkarge Kind

Dein Kind ist zu schüchtern, um auf andere zu zugehen. Oft wissen solche Kinder nicht, was sie in einer Situation sagen könnten. Das Stresslevel ist dann hoch, weil sie sich darüber sorgen, etwas falsches oder unpassendes zu sagen. Oder sie finden in dem Moment nicht die richtigen Worte. Es ist leicht nachvollziehbar, dass es immer schwieriger wird sich einzubringen, je öfter man das nicht geschafft hat.

+   Hier kannst du dein Kind emotional begleiten. Benenne und bestätige es in seinem Erleben. Gib ihm Worte für das, wo es gerade steht. So wird es allmählich selbst Worte finden für das, was es gerade beschäftigt. Ermögliche deinem Kind Kontakte mit Menschen, die so wie du, eine warme und aufrichtige Beziehung zu ihm haben, damit es in entspannter Atmosphäre möglichst viele Beispiele für sozialen Austausch sammeln kann.

Bist du gerade mit einem ähnlichen Problem beschäftigt? Dann schreib mir gerne in den Kommentar oder schick mir eine Email. Für eine ausführliche Antwort nehme ich deine Frage gerne in einen der nächsten Blogartikel oder ein Video auf.