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Die 3 wichtigsten Entwicklungsimpulse für dein Kind.

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„Sei nicht so bockig!“

Heidi und der Ziegenpeter sind ja vor nicht all zu langer Zeit neu verfilmt worden. Und gegen Ende dieses Films kommt natürlich auch der Abschnitt, in dem Klara ihre Freundin Heidi am Berg besucht. Erinnerst du dich nun an die Szene, wo der Ziegenpeter vor Wut rot anläuft, mit großen Schritten den Berg hinauf läuft und mit Steinen und Stöcken um sich wirft?

Er kämpft mit seiner Enttäuschung, dass Heidi jetzt scheinbar keine Zeit mehr für ihn hat. Er ist natürlich brennend eifersüchtig auf Klara, weil sie Heidi nun für sich hat. Er ist wütend auf alle beide, weil sie offensichtlich soviel Spass miteinander haben und er sich davon ausgeschlossen fühlt. Die Trauer und den Schmerz, über den vermeintlichen Verlust der Freundschaft mit Heidi, ist zu groß, um dafür Worte zu finden. Und sicher ist der Ziegenpeter auch darüber wütend, dass er letzteres nicht ausdrücken kann.

An all das, denkt der Ziegenpeter aber nicht, als er wütend den Berg hinauf rennt. Er reagiert einfach. Weil er diese Mischung aus Wut, Enttäuschung, Eifersucht, Trauer, Schmerz und Verlust nicht ausdrücken kann.

Wenn du von deinem Kind häufige Wutanfälle erlebst, dann fühlt sich dein Kind in seiner Wut und dem gerade aktuellen Gefühlsmix, sehr wahrscheinlich wie der Ziegenpeter. Etwas ist nicht so gekommen wie gewünscht oder erwartet. Und da es noch nicht gelernt hat wie man mit all diesen schwierigen Gefühlen fertig werden soll, kann es nur reagieren.

Leider kommt noch dazu, dass Gefühlsausbrüche ganz allgemein ansteckend sind. So, wie wir zu gähnen anfangen, wenn wir es bei anderen sehen oder lachen müssen, wenn andere lachen, so fühlen wir uns als Mama oft schnell in die Wut-Stimmung unseres Kindes hineingezogen, nicht wahr? Die Stimmung aktiviert dann deine älteren Gehirnregionen und du reagierst mit den Schutzprogrammen die du als Kind bei Schmerz, Trauer und Verlust gelernt hast.

Ich denke gerade: Wie oft ist mein Schmerz, meine Trauer, meine Wut heruntergespielt worden, mit Worten wie „Sei nicht so bockig!“ oder „Mach nicht so ein Theater!“ oder „Reiss dich doch zusammen!“. Es hat mehrere Jahrzehnte und sehr viele Wutanfälle unseres Sohnes gebraucht, bis ich erkannt habe, was in mir selbst gerade abgeht. Und, dass ich unserem Sohn in solchen Situationen nur dann eine wirkliche Hilfe sein kann, wenn ich imstande bin, mein eigenes Gefühls-Chaos aufzuräumen. Denn was ich selbst nicht erkennen, differenzieren und benennen kann, wird auch schwierig beim Anderen halbwegs richtig einzuordnen sein. So stehst du dann vor deinem wütenden Kind und fühlst dich hilflos. Glaub mir, ich weiß wie sich das anfühlt.

Was du als Mama tun kannst.

Beobachte dich in solchen Ausnahmesituationen selbst. Was fühlst du? Mit welchen Mustern reagierst du in solchen Momenten? Macht es dich aggressiv, wenn du dich so hilflos fühlst? Dann ist ein Spaziergang eine gute Idee. Bewegung bringt den emotionalen Aufruhr wieder ins Gleichgewicht. So gesehen, hilft sich der Ziegenpeter auch selbst.

Willst du am liebsten vor dem Gefühlsausbruch deines Kindes davonlaufen? Hättest du es am liebsten immer ganz harmonisch? Oh ja, natürlich hätten wir das alle sehr gerne. Leider werden wir laufend mit größeren und kleineren Problemen konfrontiert. Und das löst in uns ein Sammelsurium gemischter oder eindeutiger Gefühle aus. Und jedes einzelne will gesehen, angenommen und ausgesprochen werden. Und dazu braucht es immer ein mitfühlendes Gegenüber, jemand dem du vertrauen kannst und der dich in deiner aktuellen Not versteht. Wenn du das erkannt hast, dann kannst du auch deinem Kind helfen…

  • Beim Abwarten bis es vorbei ist.
  • Beim Aushalten der Intensität und Dauer.
  • Beim Differenzieren der Wahrnehmung.
  • Und schließlich beim Benennen, wie es gerade ist.

Das ist es was du für dich und dein Kind und auch für die Zukunft deines Kindes tun kannst. Denn es wird im weiteren Leben noch oft Frustration, Schmerz, Angst, Wut und die ganze Palette des Gefühlsspektrums erleben. Wenn es aber mit dir gelernt hat, wie man damit fertig wird, ist es für die Welt da draußen gut gerüstet.

Hast du Fragen, Einwände oder Gedanken dazu? Dann schreib mir doch. Oder stehst du gerade mit einem anderen Thema an? Der nächste Artikel könnte für dich sein 😉